Gestern Nacht hätte ich im Hotel fürs Internet zahlen müssen, deshalb jetzt erst der Post direkt vom LAX:
Hallöchen,
heute Morgen bin ich kaum aus dem Bett gekommen. Ich habe den Wecker bestimmt 3* auf Schlummern gestellt und erst der Wake-Up-Call war laut und energisch genug, um meine Augen zu öffnen.
Nach einem schönen kleinen Frühstück (Erdbeerjoghurt und ein komisches kleines Gebäckteil) sind wir los zu den "Jeeps", die uns in den Antelope Canyon gefahren haben. Wir wurden dabei ziemlich durchgeschüttelt, weil wir schon nach kurzer Zeit die Straßen verlassen haben und über Sand gefahren sind. Die Landschaft wurde immer beeindruckender und hat meine ohnehin schon äußerst große Vorfreude angenehm verstärkt.
Unser guide hat uns dann in den Bereich der Slots geführt und irgendwie fand ich das von Beginn an seltsam. Er hat immerzu gesagt: "put your camera here, no flash, take the photo of this. Ok, let's go." Das ist bestimmt nicht unangenehm, wenn man mit 2 Leuten unterwegs ist, aber Iris und ich waren ja mit einer Gruppe von insg. 14 Mann (Maximalanzahl, die auf den Truck passt) unterwegs, was dazu geführt hat, dass wir sehr schnell nicht mehr gesehen haben, was er gezeigt hat, dass wir keine Bilder, die bis zum Boden gehen, machen konnten und auch nach hinten war das kaum möglich, weil da direkt die nächste Gruppe war. Die Gesteinsformation ist wirklich wunderschön, sowas habe ich noch nie in meinem Leben gesehen! Jedoch hat mich diese Touristenabfertigung derart entsetzt, dass ich nichts genießen konnte. Ich wollte nicht mal wirklich in den Gift Shop (und das will was heißen!). Auf dem Rückweg durch diese "Höhlen", da wollten wir noch Bilder machen, wurden aber von einer anderen Frau mehr als unhöflich angeschnauzt, dass wir nicht anhalten sollen. So sind wir auch zurück quasi durchgehetzt ohne zu genießen. Was zur Folge hatte, dass wir außen 10min auf den Rest der Gruppe warten mussten, weil sie alle Fotos gemacht haben. Ich war wirklich sauer, dass ich dieses wunderschöne Stück Natur nur so erleben konnte. Später haben wir erfahren, dass man dort auch hinwandern kann ohne die Jeeptour, aber der Antelope Canyon selbst ist ja für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, also müsste man dann auch wieder diese Tour machen und kann nicht so staunen, wie es eigentlich nötig wäre.
Anschließend sind wir zum Staudamm gefahren und waren da 15min. Danach sind wir dort hin, wo unser Boot abgelegt hat. Iris und ich haben den Lake Powell Cruise sehr genossen und soweit ich es überblicken kann, haben wir uns in den 90min (pralle Sonne) nicht verbrannt. Ich hatte ein Tuch dabei, das habe ich mir über die Schultern und Iris den Rest über die Oberschenkel. Außerdem waren wir mit reichlich Wasser, Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme ausgerüstet wie Profis.
Der Sandstein sieht absolut beeindruckend aus. Wir haben erfahren, dass das Gebiet wohl früher, als es noch ca. am Äquator war, wohl die größte Wüste war, die man sich vorstellen kann. Oder noch größer ;)
Hinterher ging es mit 2 kurzen Zwischenhalten nach Las Vegas, wo wir uns ein Taxi zum Car Rental genommen haben. Ich bin am Anfang gefahren und bin dann irgendwann raus, habe mitten auf dem Parkplatz einer Tankstelle so gewendet, wie man es tatsächlich nur nachts tun sollte ;) und wir haben Fahrerwechsel gemacht. Als ich wieder saß meinte Iris nur: "Der Mann da rechts, der gerade tankt... Das ist der Sheriff." Aber er hat uns nicht verfolgt oder so, nur bisschen so angesehen, als hätte er noch nie einen Fahrerwechsel gesehen. Wir fahren übrigens einen Ford Focus. Ich durfte aussuchen und habe das Auto rausgesucht, dessen Modell ich schon mal von Goleta nach LA und zurück gefahren habe. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Iris und ich haben unter anderem darüber philosophiert, was das Fahren hier in den USA so viel angenehmer macht als in Deutschland und weshalb die Straßen schöner aussehen, etc. Sind wohl schon erste Anzeichen bei uns von "Heimreise steht an" :( Am Hotel angekommen habe ich Iris und das Gepäck ausgeladen und die Frau am Check-In sagte, ich müsse einmal rechts und dann auf die Rampe zum LAX und schon wäre das da, wo ich mein Auto abgeben kann. War aber nicht so. Ich bin auf beiden Ebenen (Arrival & Departure) mehrfach im Kreis gefahren, bis ich einen Taxifahrer gefragt habe, der meinte, ich müsse aus dem Airport wieder raus. Dann bin ich da raus und war irgendwie bei den Mitarbeiterparkplätzen des Flughafens. Dort stand allerdings ein LAX-Policeman, den habe ich gefragt und er meinte, ich müsse vorne links und dann immer geradeaus. Habe ich gemacht, bis ich völlig falsch war. Dann ist mir ein Polizeiauto entgegengekommen und ich dachte nur: Können die mir nicht helfen?? Aber sind vorbeigefahren. Irgendwo habe ich gewendet und wollte gerade linksabbiegen in eine Tankstelle, um dort zu fragen, als ich plötzlich diesen bekannten Ton eines Polizeiautos, das einen aus dem Verkehr rauszieht, gehört habe. Da dachte ich nur: Anscheinend darf ich doch nicht links abbiegen hier, Mist. – Die beiden Polizisten waren aber super nett und haben gegoogled, wo ich hin muss und mich dann sogar hin gefahren, also dass ich nur hinterherfahren muss. Ich war so erleichtert! Das Ganze hat eine knappe Stunde gedauert und Iris war schon etwas in Sorge, glaube ich. Naja, was will man machen, das muss man alles mal erlebt haben.
War wohl nicht so ganz mein Tag. Nun bin ich super müde, es ist fast 3 und um halb 7 muss ich wieder aufstehen. Gute Nacht!
| Glen Canyon Staudamm |
| Nicht schwer zu erkennen, wo der höchste Wasserstand war. |
| Auf dem über 100m tiefen Stausee |
| So schön! |
| Beweisfoto |
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